Für mich waren das 110 Prozent

Dienstag, 23. Januar 2018

Was für ein Tanzauftakt in die 2. Bundesliga der Standardformationen!
Der TSC Blau-Gold Nienburg bewies nicht nur als Gastgeber in der MTV-Halle am Nordertorstriftweg das richtige Händchen, sondern landete auf Anhieb als Aufsteiger im großen Finale und in der Endabrechnung auf Rang drei. „Wir sind glücklich, zufrieden und dankbar, dass unsere Mannschaft eine bärenstarke Finalrunde getanzt hat. Im Vergleich zum ersten Durchgang haben wir noch eins draufgesetzt. Für mich waren das 110 Prozent“, lautete das Fazit von TSC-Trainer Peter Krüger.

Um 17.32 Uhr wurden die Nienburger erstmals auf‘s Parkett gerufen, als zweites Team hinter der Vertretung aus Düsseldorf, die am Schluss ganz vorn landete. „Die Stimmung ist prima, bei uns im Team macht sich ein wenig Aufregung breit. Die Mannschaft ist gut vorbereitet und alle wisssen, was zu tun ist“, hatte Claudia Krüger-Drescher, die zusammen mit Ehemann Peter und Choreografin Ariane Schießler den TSC trainiert, noch kurz vorher die Situation im eigenen Lager beschrieben.

Wenige Minuten später war der Auftritt der Nienburger zu Roger Ciceros „Frauen regiern‘n die Welt“ schon wieder Geschichte, ein Stein vom Herzen aller Teammitglieder scheinbar gefallen. „Ich fand unseren Auftritt ganz ordentlich. Ich war erst einmal erschlagen von dem Publikum. Da klopft das Herz. Aber wenn die ersten Schritte getanzt sind, dann ist man schnell drin. Insgesamt können wir uns noch im zweiten Durchgang steigern“, betonte TSC-Mannschaftskapitänin Sina Ries. Für das Trainer-Trio gab es ebenfalls wenig auszusetzen. „Das waren ganz kleine Nuancen.

Am Anfang war die Diagonale etwas wacklig und die Abstimmung hat in einigen Passagen noch nicht ganz gepasst. Aber einen groben Schnitzer habe ich nicht gesehen“, erklärte Krüger-Drescher – der Einzug ins große Finale war perfekt, zwischen Rang eins und drei schien nun alles möglich. „Wir müssen jetzt im zweiten Durchgang konzentriert und ruhig bleiben, aber auf Angriff gehen“, gab Peter Krüger die Marschroute vor. Und Ariane Schießler erinnerte noch mal an die Gesamterscheinung der Formation. „Die Präsentation ist wichtig. Strahlt Freude aus. Ihr seid die abschließende Formation im großen Finale, die Leute freuen sich auf euch. Packt noch das i-Tüpfelchen drauf.“ Gesagt, getan.

Wir wollten vorn mitspielen. Das machen wir bereits nach der heutigen Leistung. Die Wertung zeigt, dass noch Luft nach oben ist.

4-3-1-2-3 lautete die Ansage der Wertungsrichter. „Insgesamt ist es ein knappes Ergebnis. Fällt eine Wertung noch etwas anders aus, wäre es Platz zwei gewesen“, wollte Peter Krüger in Sachen Turniersieg die Kirche aber im Dorf lassen. „Dass Düsseldorf gewonnen hat, ist schon okay.“

Tänzer Jonas Voss hatte ebenfalls wenig auszusetzen und freut sich schon auf die kommenden Turniere. „Wir wollten vorn mitspielen. Das
machen wir bereits nach der heutigen Leistung. Mit dem dritten Platz sind wir zufrieden. Aber die Wertung zeigt auch, dass noch Luft nach oben ist.“

Selbst für einen erfahrenen Tänzer wie Voss, der schon mit der Oldenburger Formationsgemeinschaft in der 1. Liga auf dem Parkett stand, war das Flair während des Turniers in Nienburg etwas Besonderes. „Die Atmosphäre in der Halle gibt einem noch mal Adrenalin und man geht an sein Äußerstes. Das Publikum trägt einen durch den Tag. Es ist einfach schön, dass so viele Leute am Tanzsport interessiert sind.“

Zustimmung bekam Voss diesbezüglich von oberster Stelle. „Die Stimmung hier in Nienburg ist grandios und auch die Leistungen der Mannschaften waren sensationell“, zeigte sich Jürgen Schwedux vom Auftakt in die 2. Bundesliga der Standardformationen überaus angetan. In seiner Funktion als Präsident des Niedersächsischen Tanzsportverbandes ist Schwedux regelmäßig bei Turnieren der 1. Bundesliga und Weltmeisterschaften dabei. Schwedux: „Dieses Turnier hier in Nienburg steht diesen in nichts nach. Es macht einfach Spaß, hier zu sein.“

Von: Die Harke vom 22.01.2018

 
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