"Fünfmal Shampoo, zweimal Spülung“

Sonntag, 25. Februar 2018

„Ich fühle mich gut“, sagte Fabian Pietsch noch kurz vor Beginn der Gala des Sports in Uchte und sprach damit vermutlich für einen Großteil der mehr als 600 Besucher, die die diesjährige Sportlerehrung hautnah miterleben durften. Pietsch und seine Moderationskollegin Silke Pielhop führten bereits zum dritten Mal in gewohnt unaufgeregter und charmanter Art und Weise durch einen stilvollen Abend, der neben den Ehrungen zudem gewürzt war mit sportlichen Höchstleistungen und beeindruckender Akrobatik.

Als bemerkenswert kann fraglos die Leistung von Ringer Juri Baron eingstuft werden. Baron ist seit 22 Jahren auf Niedersachsenebene ungeschlagen. Bei den Sportlern durfte er sich die Krone aufsetzen und verwies den 80-jährigen Leichtathleten Kurt Winkelhake und Motorradrennfahrer Tim Holtz auf die Plätze. Als „verletzungsarm“ beschreibt Baron den Ringersport. „Beim Boxen gibt‘s eine Boxernase, beim Ringen gibt‘s die Ringerohren, ansonsten hin und wieder gebrochene Finger und etwas Knieprobleme.“

Dass Kurt Winkelhake vom TSV Lemke auch mit 80 Jahren noch bis zu sechs Stunden pro Woche trainiert und sich auf Leichtathletik-Wettkämpfe vorbereitet, ist mehr als aller Ehren wert. „Man hat zwei Gegner, die anderen und die eigene Bestleistung“, lautet eine Antriebsfeder Winkelhakes, der die Entscheidung über sein sportliches Karriereende lieber anderen überlässt. „Ich habe meinen Sportskollegen gesagt, dass sie mir bloß Bescheid sagen sollen, wenn das, was ich tue, nicht mehr nach Leichtathletik aussieht. Dann höre ich nämlich auf.“

Neidisch konnte man bei der Videobotschaft von Radsportlerin Laura Neumann werden, die sich aus dem sonnigen und warmen Honduras für ihren Sieg bei den Sportlerinnen bedankte. Schwimmer Thore Böger, Zweiter bei den Junioren, nahm den Preis stellvertretend für Neumann entgegen. „Wir sind zusammen auf die Albert-Schweitzer-Schule gegangen und haben zusammen gerudert. Laura war zwar zwei Jahrgänge über mir, aber ihren Preis wird sie auf jeden Fall erhalten“, beruhigte Böger.

Erstmals überhaupt war mit Elias Rösemeier ein Rettungsschwimmer nominiert – bei den Junioren landete er auf Anhieb ganz vorn. „Der Rettungssport ist derzeit noch nicht so verbreitet. Aber wie man ja am Ergebnis sieht, kommt er trotzdem gut an“, zeigte sich Rösemeier ebenso überrascht von seinem Triumph wie Leichtathletin Alissa Lange, die bei den Juniorinnen siegte. Lange: „Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich bin echt glücklich.“

Als erfolgreichste Mannschaft wurde die Standardtanz-Formation des TSC Blau-Gold Nienburg gekürt und Tänzerin Katharina Poppe verriet, worauf es wirklich ankommt: „Wir schmieren uns Schuhcreme in die Haare und sprühen unseren Dutt mit Schwarzspray ein. Nach fünfmal Shampoo und zweimal Spülung hat man‘s wieder raus.“

Von: Die Harke vom 25.02.2018

 
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